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Lebenslanges Lernen - Initiativen und Förderprogramme
Die Entwicklung der Erwachsenen- bzw. Weiterbildung in Deutschland steht im Zusammenhang mit internationalen Entwicklungen und Diskursen. Ein besonders wichtiges Forum zur Diskussion und Verbreitung neuer Ansätze ist die UNESCO. Der Faure-Report aus dem Jahre 1972 markierte einen Perspektivenwechsel in der internationalen Bildungsdiskussion: Der Mensch soll nicht primär einem von außen aufgezwungenen Bildungsauftrag unterworfen werden, sondern durch Lebenslanges Lernen die Chance und die Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Aneignung der Welt erhalten. Der Faure-Report nimmt den Menschen in jeder Altersstufe in den Blick und betont die Notwendigkeit einer lebenslangen, unabschließbaren Bildung und Erziehung. Bei dieser Sichtweise wird über die reine Wissensaneignung hinaus ein Schwerpunkt auf die Aneignung von Lernfähigkeit als solcher gelegt.
Instrumente zur Umsetzung wurden im Faure Report nicht mitgeliefert. Der 1996 im Auftrag der UNESCO veröffentlichte Delors-Bericht: Learning: The treasure within passte die Grundgedanken des Faure-Reports an veränderte internationale und gesellschaftliche Gegebenheiten an. In Weiterentwicklung des Faure-Reports verbindet der Delors-Bericht drei Faktoren: Wettbewerb als anspornende Kraft, Kooperation als stärkende Kraft und Solidarität als verbindende Kraft.
Die OECD griff Anfang der siebziger Jahre den Gedanken des Lebenslangen Lernens auf und prägte dafür den Begriff Recurrent Education. Kerngedanke von Recurrent Education ist die periodische Verteilung von Bildungsangeboten im Anschluss an die Pflichtschulzeit über die gesamte Lebenszeit hinweg. Es soll möglich sein, sich aus dem starren Lebensabschnittsmodell 'Bildung-Arbeit-Freizeit-Ruhestand' zu lösen. Lebenslanges Lernen umfasst für die OECD seit 1996 neben ökonomischen - stark an der individuellen Beschäftigungsfähigkeit orientierten - Faktoren stärker als zuvor auch Ziel, humanistische Werte zu fördern. Mit Lifelong Learning for all wurde außerdem ein Paradigmenwechsel in Richtung Nutzer- und Nachfrageorientierung vollzogen.
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